Donnerstag, 4. Juni 2009

Ausnahmezustand

Donnerstag 7:00 morgens. Ein die Ohren betäubender Lärm drängt in meine Wohnung. Ich sehe aus dem Fenster, erschrecke und gehe sofort in Deckung. Frauen und Männer in Tarnanzügen ausgestattet mit futuristischen Waffen patrouillieren lärmenden Gerätes durch die Straße. In der Einfahrt parkt ein Pickup "Schwarzwasser Garten- und Landschaftsbau". "Oh mein Gott" denke ich! Ich mach mir erstmal nen Kaffee und versuche mich zu entspannen. Nach kurzer Zeit sehe ich klarer. Ist ja auch noch früh am Morgen! Es sind doch keine amerikanischen Söldner!

Der jährliche Grünanlagenputz fällt genau auf heute. Mit marzialisch wirkendem Gerät wird gegen Grashalme, Hecken und Bäumchen vorgegangen. Die Dreierformation bewaffnet mit Rasentrimmern wird hinten heraus von einem Panzerähnlichem Rasenmäher gedeckt. Jedes Gerät erhält seine unbändige Kraft aus einem PS-starken Benzinmotor bei dem jedem Cayenne-Fahrer die Tränen in die Augen steigen würden.

Ich beobachte eine Frau die mit Ihrem Trimmer die aus den Fugen des Mosaikpflaster Reihenverbandes wachsenden Pflänzchen Quadratmeter für Quadratmeter mit chirurgische Genauigkeit und deutscher Gründlichkeit niedermäht. Die Geschwindigkeit entspricht in etwa der von singenden und tanzenden Hare Krishna Anhängern nur der Sound ist deutlich nerviger. Ich beschließe dem zu entfliehen und doch früh zur Arbeit zugehen.

Schön ist nur das jetzt die Haufen mit Hundekacke zusammengeharkt sind (hoffentlich) und ich mich gefahrlos zu meinem Fahrrad begeben kann.

Ganz in der Nähe gibt es eine Öko-Wiese auf der Bienen, Schmetterlinge, Käfer und Vögel ein sicheres zu hause finden.

Foto: © Sven Richter / PIXELIO / www.pixelio.de

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